NO MACHINE IS CREATIVE! | 2022-10

interview with a human and an ai about ai

Das folgende Interview von Tristan Schulze ist in Kollaboration mit dem KI basierten Text Assistenten https://www.storykube.com/ entstanden. Anmerkung:KI = künstliche Intelligenz – hier begrifflich als schwache künstliche Intelligenz definiert

Der Titel Ihres Seminars lautet: „Keine Maschine ist kreativ.“, dabei beziehen Sie sich auf die aktuellen Entwicklungen in künstlicher Intelligenz – insbesondere mit Systemen, die aus einfacher Texteingabe komplexe visuellen Output erzeugen können. Könnten Sie erläutern, warum Sie diesen Titel gewählt haben?

Gerne. Eigentlich stoße ich mich vor allem an der überdrehten Diskussion über Maschinen, die Kreative abschaffen oder die Weltherrschaft übernehmen werden und solcher Unfug. Die Maschine alleine wird in absehbarer Zeit keine wertvollen Ideen erzeugen können. Das ist sogar ganz logisch: Der Maschine fehlt das Verständnis, den umbettenden Kontext, den ich als Mensch mitbringe. Dieser Kontext ist eng mit unserer menschlichen Körperlichkeit, unserem Bewusstsein, mit Kultur und mit Sprache verbunden. In der Forschung läuft das unter dem Begriff Embodiement . Der Maschine fehlen all diese Einflüsse, die uns als Menschen zeitlebens prägen. Selbst wenn wir zukünftig in der Lage sein werden, unser menschliches Bewusstsein zu verstehen oder gar simulieren zu können, wird der Maschine stets die Körperlichkeit fehlen, die unsere Entscheidungen zu jedem Moment prägen.

Hoffen wir mal, dass niemand auf die Idee kommt künstlichen Menschen erzeugen wollen …

Ja, das wäre dann eine andere Geschichte. Die Frage wäre dann: Wer ist das Original?

In der Tat. Vielleicht verschieben wir dieses Thema auf das nächste Mal. Aber ein sehr gutes Stichwort ist Originalität. Kann aus Ihrer Perspektive der Output einer Maschine originell sein?

Ich würde sagen: Keine Maschine ist originell und wir Menschen sind es ebenfalls nicht. Oder sehr selten, denn wenn wir ehrlich sind, ähneln sich unsere Ideen doch schon sehr – oder gab es schon in anderem Zusammenhang. Aber von vorn: Der Output eines Prompt ist eine Reflexion davon, was wir bis jetzt – im Umfang der vorab zusammengestellten Trainingsdaten – unter dieser Begriffswolke assoziieren. Das Model ist stets trainiert von vergangenem Input, durch vergangene Annotation. Dieses Setup ermöglicht daraufhin einen Output aus diesem bekannten kulturellen Konstanten. Aus dieser Perspektive betrachtet scheint der künstlichen Intelligenz wenig frischer Wind innezuwohnen, oder? Ich meine, da wird doch nur bereits etabliertes, populäres rekapituliert, nicht?

Aber das bedeutet doch nicht, dass aus diesem Setup – dieser Form von künstlicher Intelligenz – nicht doch etwas spannendes neues entstehen kann?

In der Tat! Aber fragen wir uns zunächst etwas anderes: Ist es nicht schon immer so gewesen, dass neue Ideen stets auf einer Neukombination aus bestehenden Ideen entstammen? Dienen unsere etablierten, konservativen, stereotypen Ideen nicht gar als notwendige Reibungsfläche dafür, dass etwas Auflehnendes, provokantes, neues entsteht?

Da stimme ich zu. Das bedeutet, dass Sie das Augenmerk vor allem auf den Menschen legen?

Genau das. In meiner Vorstellung ist die künstliche Intelligenz wie ein Werkzeug – das ein Dialog- oder Sparringspartner auf einer intellektuellen oder kreativen Reise sein kann. Die Maschine kann uns viele Dinge abnehmen oder erleichtern, vor allem was physische Arbeit oder große Informationsmengen betrifft. Es ist jedoch völlig offensichtlich, dass die neuen Werkzeuge unsere Fantasie und unseren Intellekt auf ganz neue Art herausfordern. Ich meine uns auf vielseitiger Weise ergänzen, provozieren, erheitern oder enttäuschen können.

Der Mensch wägt also ab, balanciert, kuratiert?

Ja, so würde ich das beschreiben. Unsere Welt ist heute sehr komplex und ich bin mir sicher selbst einen großen Teil nicht verstanden zu haben. Aber KI könnte uns durchaus auf die Sprünge helfen, um andere Herausforderungen wie den Klimawandel oder die steigende soziale Ungerechtigkeit zu lösen. – die uns in ihrer Komplexität überfordern.

Ist das jetzt nicht ein bisschen zu weit gegriffen?

Ja, mag sein. Wenn wir KI wie ein Werkzeug betrachten, dann kann dieses Werkzeug für nützliche, aber auch zerstörerische Zwecke verwendet werden. Es gibt keine gute oder böse KI. Es gibt ja auch keinen guten oder bösen Hammer. Vielleicht einen kaputten, an dem ich mich verletzen kann.

Nein, das wollen wir mal nicht. Nun, ich würde jedoch gern nochmal auf den vorherigen Punkt zurückkommen – wie sehen Sie, kann das gut gehen mit Mensch und Maschine?

In meiner Erfahrung macht es sich gut, wenn man flexibel bleibt. Eine so komplexe Algorithmik wie die einer KI wird immer unerwartetes Verhalten an den Tag legen. Es lohnt sich also auf jeder Ebene der Interaktion bereit zu sein zum Improvisieren. Die Zielstellung anzupassen, die Herangehensweise zu ändern. Es gibt in meiner Erfahrung keinen geradlinigen Weg. Man holpert zum Ziel. Wenn man das verinnerlicht hat, kann die Arbeit damit auch richtig spannend sein.

Einige Werkzeuge wie #midjourney oder #dalle haben es ja schon in die Kunstwelt geschafft. Wie ordnen Sie das ein?

Ich bin mir noch nicht ganz sicher – denn wir sind ja noch mitten in einer Dynamik, in der der Horizont noch nicht sichtbar ist. Ich sehe das jedoch recht nüchtern. Der Hype kommt, der Hype geht und dann von vorn. Nein, im Ernst: KI Werkzeuge werden definitiv in die Ästhetik und in die künstlerische und kuratorische Praxis einwirken – aber wahrscheinlich werden die Transformationen viel gravierender in ganz anderen Lebens- und Arbeitsbereichen als in der Kunstwelt. Dort ist es im Moment halt am sichtbarsten.

Wenn die Werkzeuge zugänglicher und einfacher werden, dann ist bald wirklich jeder eine KünstlerIn?

Nein. Die ganze Entwicklung hat einen äußerst spannenden Effekt aus meiner Sicht. Die Idee, das Konzept rückt in den Vordergrund. Das visuelle Spektakel, die komplexen Handwerke können von KIs übernommen werden. Das kann dann jeder mal ausprobieren, sich darüber freuen und als Poster an die Wand im Wohnzimmer hängen. Ich als Künstler habe aber einen ganz anderen Auftrag: Etwas zu entwickeln, das etwas mit mir macht, das etwas mit meinem Publikum macht. Also emotional berührt, überrascht, verstört – die ganze Palette. Da ändert sich nicht sonderlich viel.

Das klingt ermutigend. Wie können Künstler denn selbst Einfluss nehmen auf KI Werkzeuge – die Kluft zwischen EntwicklerInnen und AnwenderInnen ist ja ganz offensichtlich riesengroß!

Ja. Das sehe ich auch kritisch. Aber mal ganz pragmatisch betrachtet: Ich muss nicht jede Schraube an meinem Fahrrad kennen, um damit zur Arbeit zu fahren. Ich muss wissen, was meine Werkzeuge ermöglichen, wie sie grundlegend funktionieren – das ist schonmal Schritt eins. Dann können wir anfangen zu hacken, bewusst Fehlverhalten zu provozieren und die Grenzen der Werkzeuge auszuloten. Auf diesem Weg stoßen wir immer auf Dingen, woran die EntwicklerInnen garantiert nicht gedacht haben. Im besten Falle sind KünstlerInnen und GestalterInnen Teil der Entwicklungsgemeinschaft. Dann ist das der organischste, nachhaltigste Weg.

Oh, Stichwort Nachhaltigkeit. Ist KI nachhaltig?

Zunächst würde ich mal mit Nein antworten. Das Training von KI Modellen braucht Unmengen an Daten, Energie und Ressourcen. Das Betreiben einer KI im großen Stile wie #midjourney und Co. – jedenfalls – Kosten-Nutzer Verhältnis – im Moment eher mies. Für all die Probleme gibt es sicherlich Lösungen – z. B. Serverfarmen dort bauen, wo viel Energie geerntet werden kann – z. B. in der Wüste – Abwärtskompatibilität ermöglichen, also Modelle auch auf älteren Rechner betreiben zu können und nicht zuletzt offener Quellcode als Priorität. Um nur ein paar Ideen zu nennen.

Vielleicht noch zum Abschluss: Was würden Sie als Ihren Auftrag formulieren? Wohin bewegen wir uns?

Ich habe vor ein paar Wochen in einem Interview eines wichtigen KI-Entwicklers zum ersten Mal folgendes gehört – ich gebe das mal so sinngemäß wider: „Wir sind Entwickler. Wir sind nicht darin ausgebildet, die Wirkung unserer Arbeit in Gesellschaft und Kultur vorherzusehen. Wir können das nicht.“ – Das stimmt mich sehr zuversichtlich, denn das zeigt mir, dass ein Bewusstsein dafür entstanden ist, dass wir hier nur gemeinsam vorankommen.

Das ist ein wohlwollendes Schlusswort. Vielen Dank für das Gespräch.


ARTISTIC RESEARCH

challenge: from prompt to scene

Having focussed on specific objects or scenarios, it is quiet a different challenge to create interactive scenes with AI material. Nevertheless, it is possible to create a proper illusion of space and dimension with parallax and depth maps only. A more detailed view on this, including sourcecodes can be found @Turboflip

The parallax approach works with different layers, that are filled with tiled AI output run through some simple shading.

Vertex displacement is another approach to visualize depth in 3D space. Although the result are quiet glitchy for now, it is obvious, that there is a lot of potential with proper trained AI’s in this.

process challenge: from 2D to 3D

With hand of current AI based public algorithms (LeiaPix) , it is possible to extract depth information from a simple flat image. The results are far from precise, but nevertheless a glimpse, where this might lead to. There are also more sophisticated, but pretty stereotypical trained solutions to get 3D data from image like this PIFuHD Demo shows.

prompt challenge: creative progress through variation and inpainting

This prompt series is focussed on image2image variation combined with stepped inpainting by hand. This example takes one generative outfit as a base in combination with a suitable prompt cloud, that describes certain aspects of the already visibile.

prompt: futuristic inflated protective suit androgyn fashion from matte soft warm fluffy parachute nonreflective fabric material, cloth cords, realistic shadows, white studio background – prompt strength ~ 0.5 | guidance scale ~ 8.0 | interference steps ~ 60-140

prompt challenge: creation through variation

This prompt series is focussed on image2image variation possibilities with Stable Diffusion. As starting point, I took a screenshot of one generative outfit done by the SKIN III algorithm. central prompt cloud: futuristic detailed outfit suit androgyn fashion cloth person diversity, traditional inflated folded cloth, soft fluffy staple fiber material reflective, many attached thin flat textile ribbons in the wind transparent reflective, white studio background
(prompt stength: ~ 0.5 | interference steps: ~ 50)


prompt challenge: visual hybridity

This prompt series is a research on hybrid motifs of very diverse religious characters, artefacts, patterns and symbols. The challenge was to create both cultrual ambivalent but convincing output images, that might fit in different cultural context.

prompt challenge: outline a vision

Using an AI open up the possibility to point out ideas in a very visual, prescise way. The following output result from the challenge to image a sustainable future with mobile homes and how the urban infrastructure of these future city might look like.

prompt challenge: the bio cyborg

This prompt series is an attempt to imagine possible near body devices or body modifications based entirely on bio matter. Therefore bio morphology of plants and animals are taken in consideration.

prompt challenge: interactive devices made from bio matter

This prompt series is an attempt to visualize possible „electronical“ devices of the future, that partially or fully consist of bio matter. Pushing the idea of a life cycle of electronic devices in true bio compostable manner.


Weitere Quellen
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>>> https://www.arte.tv/de/videos/099618-000-A/ki-im-test-mensch-vs-maschine/

Watson Medizin KI > nach grosser Ankündigung > Rückzug!! >>> link raussuchen

>>> DALL-E is the new CLIPART
https://www.theverge.com/2022/10/12/23400270/ai-generated-art-dall-e-microsoft-designer-app-office-365-suite