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WORKOUT - Cocreate


GRUNDÜBUNGEN

STILLE ZETTELPOST || DAS FORTSETZUNGSBILD - (Erfahrung: Kokreation)

Runde 1 (Themenlos): Alle sitzen im Kreis. Jede:r zeichnet 1 Minute auf ein leeres Blatt, dann wird das Blatt nach rechts weitergegeben. Die nächste Person muss das Vorhandene aufgreifen, umdeuten oder erweitern. Nach einer vollen Runde wird das Blatt aufgedeckt.

Runde 2 (Mit Leitplanke): Auf jedem Zettel steht verdeckt auf der Rückseite ein Ziel (z. B. „Eine Zeitmaschine“ oder „Ein neues Musikinstrument“). Der Prozess ist identisch, aber die Gruppe versucht unbewusst, auf ein Ziel hinzuarbeiten, das nur der Starter kennt.

Niemand weiß vorher, was herauskommt, jeder Strich verändert den Kontext für den nächsten, und am Ende gehört das Bild allen und niemandem.

Die geknickte KREATUR (Erfahrung: Kooperation)

Arbeitsteilig, additiv, blind füreinander. Das klassische Fließband.

Das Setup: Die Gruppe soll einen „Roboter“ oder ein „Wesen“ zeichnen. Der Zettel wird jedoch in drei horizontale Drittel gefaltet. Jeweils mit anschlusstellen nach oben/unten.

Der Ablauf: Person A zeichnet im obersten Drittel den Kopf. Sie zieht die Halslinien einen Millimeter über die Falz und knickt den Zettel so um, dass der Kopf unsichtbar ist. Person B sieht nur die zwei Halslinien, zeichnet den Rumpf, zieht die Beinlinien über die nächste Falz und knickt um. Person C zeichnet blind die Beine. Dann wird aufgefaltet.

Der Lerneffekt: Das ist Kooperation. Jede:r macht isoliert seinen Job. Die Teile werden nur mechanisch addiert. Das Ergebnis ist oft witzig, aber fragmentiert. Niemand musste sich in die Idee des anderen einfühlen

Zweite Runde - auf dem Zettel steht ein Thema - eine Punchline oder ein Poem... wie ändert sich das ergebniss?

UNSER GEMEINSAMER STIFT (Erfahrung: Kollaboration)

Ein gemeinsames Ziel, ständige Abstimmung, das Ergebnis ist vorher grob definiert.

Das Setup: Ein einziger dicker Filzstift wird in die Mitte gestellt ( kleines Gestell? oder zeichenkohle ). An den Stift sind vier lange Schnüre gebunden.

Der Ablauf: Vier Studierende nehmen jeweils ein Schnurende. Sie dürfen den Stift nicht anfassen, sondern ihn nur durch gemeinsame Zugspannung an den Schnüren über das Papier bewegen. Die Aufgabe ist präzise: „Zeichnet gemeinsam einen Roboter.“

Der Lerneffekt: Das ist Kollaboration. Das Ziel (Roboter) ist allen vorher klar. Die Ausführung erfordert massive, ständige Koordination. Es gibt kaum Raum für wilde Transformationen oder überraschende Umdeutungen, weil die physikalische Abstimmung die ganze Energie frisst.

WEITERFÜHRENDE ÜBUNGEN

IMPROVISATION

Auf dem Tisch liegen verschiedene professionelle Instrument und ALltagsmaterialien. eine gruppe aus 3-5 Personen sollen jeweils 5min jammen. / sich ein oder mehrere Instrumente schnappen. Aufgabe: "Spielen Sie miteinander!"

Es wird so sein, das Personen nicht wissen, wie etwas zu spielen ist... probieren sich aus. Scheitern- Zweckentfremden.

Damit Musik entsteht müssen sich alle Beteiligen aufeinander einigen. Aufeinander hören! Das ist ein recht strenges Regelwerk.

Die anderen Personen im Seminar beobachten. Lernen von Fehlern der anderen... Lernen ist auch zuhören, zusehen!

MACHINE DRAWING || HANDMADE DRAWINGS

(Thema: Sprache als Code & Ambiguität) Sol LeWitt, Wall drawings, instruction based drawings

Das Setup: Jede:r Studierende schreibt ein kurzes, textuelles „Wall Drawing“ im Stil von Sol LeWitt oder Yoko Ono (z. B. „Zeichne ein Raster, in dem sich die Linien nur berühren, wenn sie das Gewicht der Welt spüren“). Alle Aufgaben verdeckt und gemischt und neu verteilt.

Die Ausführung (Analog): EIne Instruktion wird an drei Kommiliton:innen gelost. Diese haben 5 Minuten Zeit, den Prompt mit schwarzem Stift auf Papier „auszuführen“.

Die Ausführung (Digital): Exakt derselbe Prompt wird in Midjourney, DALL-E oder einen lokalen ComfyUI-Workflow eingespeist.

Der Beweis: Die menschlichen Ergebnisse werden radikal divergieren. Der Mensch nutzt die poetische Unschärfe („Gewicht der Welt“) als Einladung zur Interpretation (Gestaltungsressource). Die KI wird die Ambiguität glattbügeln und zur wahrscheinlichsten, oft plattesten visuellen Metapher auflöse

FRIKTIV IMAGE PROMPT (Thema: Reibung und der Kampf gegen die Mitte)

Mehrere Personen schreiben Image prompts zu einer AUfgabe. ( "Die Ambivalenz entsteht dann, wenn ich zulasse " )

Was kommt da raus?

Der Beweis: Kokreation mit KI ist hier kein harmonisches Ping-Pong, sondern ein Ringen um die Hoheit über das Artefakt. Reibung wird als gestalterischer Wert erfahrbar.