Studio WASTE 👁 45 | | 2026-01

Die Modeindustrie befindet sich in einer gravierenden Nachhaltigkeitskrise. Die ökologischen Auswirkungen von Fast Fashion oder die Reproduktion toxischer Körpernormen sind lediglich einzelne Aspekte einer komplexen Gesamtlage, die sich derzeit weiter zuspitzt. Der dringend erforderliche Wandel ist weder von der Industrie selbst noch von der verantwortlichen Politik zu erwarten, da beide strukturell in ein transnationales, liberal-kapitalistisches System von Macht und Kapital eingebunden sind. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass wir als Gesellschaft – insbesondere als Künstler:innen und Designer:innen – andere Wege finden müssen, um dieser Krise zu begegnen.

Verantwortung übernehmen

Als Kreative sind wir Teil des Problems, da unsere Entwürfe und unsere gestalterische Arbeit über Jahrzehnte hinweg zum Wachstum und Funktionieren der Modeindustrie beigetragen haben. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Welche Handlungsmöglichkeiten haben wir jenseits der Arbeitsverweigerung oder Sabotage?

Ein möglicher Ansatz besteht darin, unsere kreative Gestaltungsmacht zu nutzen, um sowohl unsere eigene, als auch gesellschaftliche Wahrnehmungsmuster zu verändern – insbesondere die Frage, was und auf welche Weise wir etwas als „schön“ wahrnehmen. Dazu gehört beispielweise, bestehende, bereits genutzte Textilien nicht als Wegwerfprodukte, sondern als Ressourcen zu begreifen sowie die Wertschätzung für die Arbeit der Modeherstellung, der Reparatur und der Modifikation vorhandener Kleidung wieder auf ein angemessenes Niveau zu verschieben. Künstler:innen und Designer:innen können durch ihre Arbeit neue Perspektiven eröffnen, indem sie begehrenswerte Objekte schaffen, die mit bewussten Bruchstellen zwischen Begehren und Notwendigkeit operieren.

Um es klar zu benennen: Der Versuch, das bestehende System von innen heraus zu verändern, ist illusionär. Dennoch können Kreative maßgeblich durch Ihre Arbeit kulturelle Wahrnehmungen verschieben, indem wir z.B. problematische Elemente bewußt in unsere Entwürfe und künstlerischen Arbeiten integrieren und so alternative, mögliche und nicht-eskapistische, zugleich spielerische Wege aus der Krise sichtbar machen.

Studio WASTE

Studio WASTE setzt sich mit unserem gesellschaftlichen Verständnis von Müll auseinander. Wir leben in einer exzessiven Wegwerfgesellschaft, in der Materialien nach kurzer Nutzungsdauer als wertlos gelten. Vor diesem Hintergrund stellt Studio WASTE die grundlegende Frage: Was ist Müll? Wird Müll nicht als Abfall, sondern als Ressource verstanden, eröffnet sich ein erweitertes gestalterisches Potenzial. Aus vermeintlichen Abfallmaterialien lassen sich neue textile Formen und Objekte entwickeln, deren Gestaltung bewusst darauf abzielt, Begehrlichkeiten zu erzeugen. Die ästhetische Aufbereitung sogenannter „Müllmaterialien“ hinterfragt bestehende Wertzuschreibungen und verschiebt die Grenze zwischen Abfall und begehrenswertem Produkt.

Was genau ist STUDIO WASTE? — todo—

Eskapistischer Solutionismus aus einer Wohlstandsperspektive?

Gesellschaften im globalen Norden sind auf vielfältige Weise privilegiert. Praktiken wie das Reparieren, Wiederverwenden oder Herstellen von Kleidung aus gebrauchten oder recycelten Textilien sind in vielen Regionen der Welt alltägliche Notwendigkeit. Vor diesem Hintergrund stellt sich die kritische Frage, ob gestalterische Arbeit mit gebrauchten Textilien aus einer Wohlstandsperspektive nicht zynisch ist und globale Ungleichheiten ästhetisiert oder verharmlost. Diese Gefahr ist real und markiert einen schmalen Grat.

Entscheidend ist daher die Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung: Welchen Anteil haben wir als Kreative im globalen Norden an der gegenwärtigen Krise, und welche Handlungsmöglichkeiten ergeben sich daraus konkret? Mit welcher Verantwortung nutzen wir die vorhandenen Materialien, Infrastrukturen und Sichtbarkeiten, um lokal und kollektiv wirksame Gegenentwürfe zu entwickeln? Ziel muss es sein, den eigenen Wirkungsgrad so einzusetzen, dass Impulse nicht nur innerhalb homogener, kuratierter Öffentlichkeiten wirken, sondern darüber hinaus neue Diskurse und Perspektiven eröffnen.

Was macht Studio WASTE?

Partizipative Installation – Kleidersammlung – photostudio – integrierte KI module — lokales Wissen und lokale Skill und Infrastruktur. – Es geht darum: wie können soziale Strukturen, das zueinanderkommen, Tausch von Kompetenzen – in zusammenspiel mit moderner Technologie -KI als ideation tool – KI als Schnittplan generator, KI zur Inszenierung – KI zur Recherche – KI zu Skillvermittlung verwendet werden -.– wo sind die Grenzen der Technologie – wo ist wertigkeit von Menschenlicher Interaktions – handarbeit – sozialer Austausche wichtig — wie können lokale Strukturen wachsen? Was können EINZELNE Initiatoren wie Kreative oder Institutionen anbieten?

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— Ellen MacArthur Foundation: A New Textiles Economy: Redesigning Fashion’s Future
— United Nations Environment Programme (UNEP): Sustainability and Circularity in the Textile Value Chain
–Fletcher, K. / Tham, M.: Earth Logic: Fashion Action Research Plan
–Niinimäki, K. et al. (2020): The environmental price of fast fashion, Nature Reviews Earth & Environment
— Mary Douglas (1966): Purity and Danger – zur kulturellen Konstruktion von „Abfall“
— Zygmunt Bauman (2004): Wasted Lives. Modernity and Its Outcasts
— United Nations Environment Programme (UNEP): Waste and Resource Management in the Textile Sector
— Ellen MacArthur Foundation: Completing the Picture: How the Circular Economy Tackles Climate Change
–Fletcher, K. (2014): Sustainable Fashion and Textiles: Design Journeys
–Hansen, K. T. (2000): Salaula: The World of Secondhand Clothing and Zambia – zur globalen Perspektive auf Secondhand-Textilien

Means:
stacking of local textile ressources / shared ressources / mindset, that values textiles as redesignable ressource, not as disposable item
local redesign, local sewing and fashion making skills + infrastructure

workflow

collection of used textiles in good condition. local storage. local harvest.

local materials available

outfit generation based on available ressources

generative outfit based on the material collection


speculative sewing pattern – This step can be done with AI generative models in a sketch like approach: as there is almost no precise training data, that connects photo information with cutting patterns, this is almost speculative. With proper trained models, this can reach a pretty precise level of detail.

speculative sewing pattern

NEEDED In THE EQUATION:

machines needed > variation of outfit based on local machine availability
skills needed > variation of outfit based on local availability in skills

SKETCHES

RE:SKIN II