Studio WASTE 👁 212 | | 2026-01

Studio WASTE: Eine künstlerische Intervention zum Wert des Abfalls

Studio WASTE begegnet der aktuellen Krise der Mode und Konsumkultur mit einer praktischen Intervention an der Schnittstelle von Installation, Performance und Forschung. Das Projekt hinterfragt unser gesellschaftliches Verständnis von Müll und untersucht die Grenze zwischen Abfall den wir verabscheuen und einem begehrenswertem Objekt. In einer Zeit, in der die Modebranche durch Überproduktion und die Zerstörung von Ressourcen geprägt ist, fungiert Studio WASTE als Labor, das gebrauchte Textilien oder andere Haushaltsmaterialien als wertvolle Ausgangsmaterialien für einen nie endenen Gestaltungsprozess begreift.

Ein Teil der Idee hinter der Intervention liegt in der Verschiebung der ästhetischen Wahrnehmung. Anstatt den Fokus auf den Verzicht zu legen, nutzt das Studio gestalterische Mittel, um aus vermeintlichem Abfall neue textile Formen zu entwickeln, die durch ihre bewussten Brüche und ihre materielle Geschichte eine eigene Anziehungskraft entfalten. Es wird die Frage aufgeworfen, ob die Wertschätzung für Handarbeit, Reparatur und Modifikation wieder in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden kann, um alternative Wege jenseits der industriellen Massenproduktion aufzuzeigen.

Als museale Installation integriert Studio WASTE verschiedene Ebenen der Interaktion und Technologie. Eine textile Sammlung aus Altkleidern, Fundstücken oder Spenden dient als materielle Basis für einen Prozess, der lokales Wissen mit moderner Software verbindet. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz dient dabei als Werkzeug für die Recherche, Entwurf, Schnittplanerstellung bis hin zur visuelle Inszenierung. Dabei wird das Spannungsfeld zwischen technologischer Automatisierung und menschlicher Interaktion thematisiert: Während die KI Prozesse der Ideenfindung unterstützt oder bei der Schnittplanung hilft, bleiben die manuelle Fertigung und der soziale Austausch im Raum die zentralen Elemente der Wertschöpfung. Welchen sinnvollen Beitrag können KünstlerInnen und Museen leisten um einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Wie kann die künstlerische Postion, bzw. das Museum als Versuchslabor dafür verwendet werden?

Das Projekt versteht sich zudem als Reflexion über die eigene Privilegiertheit im globalen Norden. Es setzt sich kritisch damit auseinander, dass Praktiken wie das Reparieren oder Wiederverwenden in vielen Teilen der Welt eine reine Notwendigkeit darstellen. Studio WASTE nutzt den musealen Rahmen, um diese Realitäten nicht zu ästhetisieren, sondern um lokale Infrastrukturen und Kompetenzen zu aktivieren. Es entsteht ein Raum, in dem soziale Strukturen wachsen und der Transfer von handwerklichen Fähigkeiten durch die Verbindung von Mensch und Technik neu erprobt wird.

  • Ellen MacArthur Foundation: A New Textiles Economy: Redesigning Fashion’s Future
  • United Nations Environment Programme (UNEP): Sustainability and Circularity in the Textile Value Chain
  • Fletcher, K. / Tham, M.: Earth Logic: Fashion Action Research Plan
  • Niinimäki, K. et al. (2020): The environmental price of fast fashion, Nature Reviews Earth & Environment
  • Mary Douglas (1966): Purity and Danger – zur kulturellen Konstruktion von „Abfall“
  • Zygmunt Bauman (2004): Wasted Lives. Modernity and Its Outcasts
  • United Nations Environment Programme (UNEP): Waste and Resource Management in the Textile Sector
  • Ellen MacArthur Foundation: Completing the Picture: How the Circular Economy Tackles Climate Change
  • Fletcher, K. (2014): Sustainable Fashion and Textiles: Design Journeys
  • Hansen, K. T. (2000): Salaula: The World of Secondhand Clothing and Zambia – zur globalen Perspektive auf Secondhand-Textilien
  • Recherche / Umsetzung

    Anlegen einer lokalen Sammelstelle / Lager

    local materials available

    Entwicklung von Outfits oder Modifikationen

    Entwicklung von Outfits oder Modifikationen basiert auf bestehenden Materialien, Textilien und Infrastruktur. Vernetze generative KI kann hier Hilfestellung leisten.

    generative outfit based on the material collection

    Spekulatives Schnittmuster

    Präzise Schnittmuster von einfachen Bilder lassen sich mit generativen KI-Modellen noch nicht herstellen: Da es fast keine präzisen Trainingsdaten gibt, die Fotoinformationen mit Schnittmustern verbinden, sind die Ergebnisse rein spekulativ. Mit richtig trainierten Modellen basiert auf passenden Datenstrukturen lässt sich dies allerdings ermöglichen.

    speculative sewing pattern

    NEEDED In THE EQUATION:

    machines needed > variation of outfit based on local machine availability
    skills needed > variation of outfit based on local availability in skills

    SKETCHES

    RE:SKIN II