BITE

„BITING : The theft of another’s artistic ideas, concepts, styles …“

Angelehnt an „Good artists copy. Great artists steal“ beschäftigt sich die Arbeit BITE mit der automatisierten Wiederverwertung von künstlerischen Arbeiten anderer. Der Kern der Arbeit ist ein Algorithmus, der auf Basis von digitalen Photographien und Textinhalten aus sozialen Medien, neue Originale produziert.

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Methodisch ist die Arbeit inspiriert von Kernpraktiken aus der HipHop und Rapkultur – dem Sampling. Hier werden Samples, also Audiofragmente aus sehr diversen Quellen, vom Produzenten zu einem neuen Beat arrangiert und durch eigenen Vocals und Sprechgesang angeeignet. Die Qualität dieser Praxis liegt darin aus den Vorlagen eine möglichst eigenständiges neues Werk zu erschaffen.

Sampling wird zum Bite wenn aus den gewählten Fragmenten kein neuer künstlerischer Inhalt überführt wird. Das Resultat ist in diesem Fall zu nah am Orginal. Die Grenze ist fliessend und in den meisten Fällen vom Kontext abhängig.

Die Arbeit BITE stellt diese Disposition zur Schau und beleuchtet die Grauzone zwischen Original und Plagiat in der zeitgenössischen Kunst.

Die Quellen aus denen sich die Arbeit BITE speist sind variabel wählbar. Bevorzugt werden Arbeiten, die sich im gleichen Ausstellungskontext, am besten im gleichen Schauraum befinden, um einen direkten Vergleich zwischen Quelle und Output des Algorithmus nachvollziehen zu können.

Die Claims entstammen einer künstlichen Intelligenz, die darauf trainiert wurde die entstandenen Grafiken möglichst treffend zu beschreiben. Der Wortschatz des Algorithmus stammt aus Kommentaren und Beschreibungen die in sozialen Netzwerken mit Abbildungen und Erwähnungen zeitgenössischer Kunst verbunden sind.

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Die benötigte Hardware der Arbeit umfasst einen Raspberry Pi und einem Monitor im Format 9:16. Die Photovorlagen sollten im Vorfeld in das System geladen werden und setzen sich aus Bildern anderer Exponate der Ausstellung zusammen. Die Statusleite im unteren Teil der Arbeit zeigt an, welche Photovorlage im Moment vom Algorithmus bearbeitet wird um einen direkten Bezug für den Betrachter zum Original zu ermöglichen. Nachdem der Algorithmus eine Arbeit generiert hat (etwa 40s-120s) wird diese nach wenigen Augenblicken der Schau wieder gelöscht um eine neue Arbeit zu erzeugen.