WORK WEAR | 2021-09

sketches for work outfits for the future - future of work

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

– Albert Einstein

Was kommt nach der Arbeit?

Unsere technologischen Errungenschaften ermöglichen uns heute zweifelsohne einen sehr hohen Lebensstandard. Wir haben Maschinen entwickelt um uns von schwerer und gefährlicher körperlicher Arbeit erleichtern. Das Lebensalter steigt, wir bleiben länger aktiv. Die fortschreitende Automation, nicht zuletzt befördert durch Maschine Learning Algorithmen beeinflusst zunehmend unsere heutige Arbeitswelt.

Die uns bekannte Lohnarbeit ist im Begriff sich zu verändern – vergleichbar mit dem Begin der Industriealisierung im 19 Jahrhundert. Eine lebenslange, sinnstiftende Beschäftigung wird es für weniger Menschen geben. – Wenn uns also die Automation die Arbeit abnimmt, was machen wir mit der gewonnenen Zeit?

Es gibt viel zu tun!

Die Wahrnehmung und Pflege der eigenen psychischen Gesundheit und der emotionalen und sozialen Intelligenz, sind hingegen Kompetenzen, die in einer stark vernetzten, kooperativen Welt zunehmend gebraucht werden. Sensibilität, Initiative und Selbstbewußtsein für diese Fähigkeiten zu entwickeln verschwindet oft unmoderiert im Privaten und wird nicht selten, oft auch unbewußt, vernachlässigt. Als eine Konsequenz davon beobachten wir Filterblasen und die schwindende Bereitschaft zum Dialog.

Die Definition von Arbeit als für uns (lebens-)sinnstiftende Tätigkeit ist veränderbar. Woran also wollen wir arbeiten?

Werkzeuge

Den Begriff von Arbeit verbinden wir oft mit einem Ort, wie einem Büro oder einer Werkstatt oder mit bestimmten Werkzeugen, die zur Arbeit benötigt werden. Eine zentrale Frage ist daher: Wie wird unser Arbeitsumfeld, bzw unsere Werkzeuge in Zukunft aussehen? Wo, wann und wie werden wir arbeiten?

WORKWEAR PROJEKT

Im Rahmen des Projektes WORKWEAR entstehen körperbezogene Werkzeuge & Prototypen die sich mit dem Verhältnis und den Wechselwirkungen zwischen Körper & Geist, Digitalität und Arbeit beschäftigen. Das Projekt bezieht sich dabei besonders auf Arbeitskleidung – im Sinne von Funktionalität und Identität.

Entwickelt werden drei Werkzeuge, bzw. Outfits, die sich mit drei Kernbereichen der Selbstwirklichkeit beschäftigen.

LEVEL I : Selbstwahnehmung

Heutige Wearables ermöglichen uns unsere Umwelt jenseits unserer menschlichen Sinne wahrzunehmen und mit digitalen Schnittstellen in den Dialog zu treten. Jedoch: Inwiefern ermächtigen uns diese Schnittstellen zur Pflege unserer eigenen psychischen Gesundheit? Inwiefern schützen uns diese Schnittstellen vor störenden Reizen wie Shitstorms, Mobbing oder Filterblasen?

LEVEL II : Gemeinschaft

Der Mensch ist ein soziales Wesen – schon heute verschmelzen die lokalen, realen Kontakte mit den remote/digitalen Kontakten. Ein Arbeitsort der Zukunft entsteht vor allem dann, wenn Menschen zusammenkommen – ungebunden an einen spezifischen Ort der realen Welt. Die Begründung dafür liegt ganz einfach darin, das die notwendigen Werkzeuge und Infrastruktur immer portabler und flexibler werden. Wie also sollte eine mobile Umgebung geschaffen sein, die kollaboratives, kreatives Denken und Arbeiten befördert? Wie können Bedürfnisse und Kompetenzen in lesbare Form für das Gegenüber und das Selbst übersetzt werden? Welche Form von Arbeitskleidung ermöglicht es temporäre, gemeinsame Landschaften entstehen zu lassen oder individuelle Zufluchtsräume zu erschaffen?

LEVEL III : Umwelt

Die Wahrnehmung unserer Umwelt ist für uns überlebenswichtig. Aber welche Reize meinen wir, wenn wir von „Umwelt“ sprechen? Inwiefern sind digitale und analoge Reize bereits verschmolzen oder werden zunehmend unsere Wahrnehmung beeinflussen? Wie können wir durch unser Verhalten als Individuum, bzw. als Gemeinschaft einen positiv nachhaltigen Einfluss auf unsere Umwelt ausüben?

outfits of the future