the drawing body – a performative approach

Die Welt die uns umgibt ist einer ständigen Veränderlichkeit ausgesetzt. Wir sind in der Lage die unmittelbaren Indikatoren dieser Veränderung zu lesen oder vorherzusehen – etwa unser Wetter oder Jahreszeiten. Was ist mit den Anhaltspunkten, denen wir kulturell wenig Beachtung schenken? Sind wir trotzdem in der Lage diese wahrzunehmen, obwohl wir keine Indizien kennen? Kann es eine Wahrnehmung geben, die nicht auf sensorischer Basis funktioniert? „the drawing body“ geht dieser metaphysischen Frage nach: Welchen Einfluß hat der Ort an dem wir uns befinden? Wie verändern wir den Ort durch unser Dasein? Welche Sprache können wir entwickeln um diesen metaphysischen Konstellationen Ausdruck zu verleihen?

Dazu richten wir unseren Blick zu den Vertreter der Art Brut, Künstlerinnen wie Emma Kunz, Agnes Martin aber auch zeitgenössische Vertreter wie Otto Zitko oder Motoi Yamamoto. Die Künstlerinnen arbeiten mit algorithmische, performativer Zeichenmethodik als Ausdrucksform und kommunizieren, bzw. bewirken damit ein breites Spektum an Themen. Welche Antwort kann uns diese Methode auf die Frage der Arbeit geben?

Der menschliche Geist und Körper befinden sich in einer engen Symbiose – die Gedanken sind untrennbar vom der physikalischen Hülle – „Begreifen“ wir doch die Dinge im wahrsten Sinne des Wortes. Die rituelle, auf den Körper basierte Handlung finden wir in vielen Kulturen unserer Welt auf unterschiedliche Weise – oft in Verbindung damit außerkörperliche Erfahrungen zu machen. Das repetitive Element spielt dabei zudem einen entscheidenden Faktor diesen Zustand zu erreichen, sei es durch akustischen Rythmus oder Tanz.

In „the drawing body“ soll das Zeichnen nach algorithmischen Regelwerken als Grundlage zur performativen Handlung hergenommen werden. Der Körper wird damit zum zentralen Akteur, da die Arbeiten in meterlangen Dimensionen ausformuliert werden. Die örtlichen Gegebenheiten, die sich vorrangig im urbanen Raum befinden, bilden einen weiteren Akteur – dabei handelt es sich um keine ausgewiesenen Orte, sondern eher Orte im Umbruch oder Orte die in einer nicht definierten Umnutzung sind, wie Sportplätze, Parkhäuser oder Dachflächen. Der dritte Akteur ist erst im Prozess zu erkennen und kennzeichnet sich durch körperliche Erschöpfung oder Störungen von Außen.

3

1

combined_web

Die subtilen Gesetze der Harmonie

Der Gestaltungsprozess ist beeinflußt von vielen kulturellen Regelwerken. Einige ästhetische Kernpunkte lassen sich von pysikalischen, bzw. biologische Ursprüngen ableiten – der goldene Schnitt, bzw. die Fibounacci Zahlenreihe. Der Zeichenprozess ist also von körperlichen, territorialen und kulturellen Faktoren beeinflußt und bildet dies in seinen Spuren ab. Der Körper als Katalysator, bzw. als Seismograph dieser Konstellation umreißt den Kern der Arbeit. Unsere harmonischen Grundprinzipien können wir demnach als wichtigste Lesehilfe für diese Art der Visualisierung hernehmen.

overall

all_web