unformal maps

Die Arbeit „unformal maps“ beschäftigt sich mit der Abbildung von Komplexität, um genauer zu sein, mit der Darstellung kontextueller Dynamik in Form einer zweidimensionalen graphischen Darstellung. Die Grundlage der Graphiken sind Ontologien aus Begriffen, die in Form eines Netzwerkes vorstellbar sind. Dieses Netzwerk ist in ständiger Veränderung, da sich die Bedeutungen und Verhältnisse von Begriffen zueinander zu jedem Zeitpunkt verändern. Wie ist es möglich diese Fülle an Informationen auf ein lesbares Format zu übertragen?

Die u.g. Graphiken können als Abbildung eines temporären kontextuellen Zustandes betrachtet werden. Die Grundlage der Graphik ist dabei kein festes Koordinatensystem, sondern vielmehr eine Versuchsanodnung in der physikalische Verhalten wie Anziehung- und Abstoßungskräfte, Trägheit und Viskosität eine direkte Abbildung des Kontext, bzw. von Inhalt darstellen. Das Verhalten und damit die Abbildung eines graphischen Elementes ist demnach durch ein multidimensionales nonlineares System erzeugt worden, welches wir in seiner Ganzheitlichkeit erfassen können. Hervorzuheben sind dabei die beiden Besonderheiten dieser graphischen Darstellung.

Temporalität – Die Darstellung lässt sich am Besten als Momentaufnahme eines Prozesses beschreiben. Ähnlich einer Wetterkarte können wir Ursprünge, aktuelle Zustände, aber auch zukünftige Entwicklungen erkennen.
Konstellation Die dargestellten Elemente der Karten stehen im direkten Kontext zueinander. Das bedeutet, das jedes Element stets in seiner Konstellation zu allen anderen Elementen zu betrachten ist.

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LINIENPARAMETER: Linienlaenge, Krümmung, Balance, Abstand zum Nachbarn
SCHRIFTPARAMETER: Schriftgröße, Spacing, Krümmung, Balance

Was also können wir erkennen?

Wir erkennen Begriffe, eingebettet in einem amporphen, flüssig-anmutendem Layout aus Linien und Strukturen – wir erkennen darin Strudel, Verwirbelungen, Bündelungen und auch Risse. Wir können davon ausgehen, das unter der graphischen Darstellung eine algorithmische Basis zu finden ist. Anhand der Vergrößerung im rechten Teil wird zudem deutlich, das es sich bei den abgebildeten Linien um die minimierte Darstellung von Inhaltes handelt. Wir können also davon ausgehen, das jede Linie einen inhaltlichen Kontext in Form eines Begriffes abbildet.

Der auffälligste Aspekt der Darstellung ist die dynamische Verzerrung der Linien. Diese Verzerrung erweckt den Eindruck einer Abbildung einer Flüssigkeit, durch Stromlinien- und wirbelartige Formierung. Gehen wir davon aus, das es sich um die Momentaufnahme eines dynamisches Prozesses handelt, so können wir nur anhand der graphischen Verzerrung – beispielsweise Strömungsrichtung, Geschwindigkeit, Viskosität und Trägheit erkennen.

dabei geht es nicht nur um den Abstand oder die Größenverhältnisse, auch vielmehr, wie das Verhältnis dazwischen geprägt ist, in welchem dynamischen Verhältnis die Begriffe zueinander stehen.

Aus dieser Vorraussetzung folgt nun die Argumentierung dieser Darstellung. Jeder Begriff und damit jede Linie ist mit einem spezifischen Gewicht, selektivem Abstoßungs- und Anziehungsverhalten zu anderen Begriffen versehen. Das kontextuelle Netzwerk findet damit seine direkte Übersetzung in eine visuelle und lesbare Form – in einem zeitlichen Verlauf.

weiterführende Lesehinweise

  • Sind unterschiedliche charakteristische Regionen innerhalb der Graphik erkennbar?
  • Welche Dynamik ist innerhalb der Graphik zu erkennen? Welche Regionen wirken statisch, welche in Bewegung?
  • Wodurch sind diese Regionen miteinander verbunden?
  • Welche Indizien kann ich daraus ziehen?